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Ausgabe 12 | Dezember 2005 | Stories
Diskussion

Einsichten & Aussichten
"Provinzglück" - ein Roman von George Lindt
Eine Buchbesprechung von Imke Staats

von Imke Staats

So kann es kommen: Man geht nach Berlin, um die Welt zu entdecken und sein Leben zu starten, und dann: StartUp-Crash, Ich-AG, schlecht bezahlte Jobs … die Geldprobleme verhindern den richtigen Spaß am Leben, zudem ist man schon 30. Und dann treibt einen die Existenzangst in die Sehnsucht nach Sicherheit und Bürgerlichkeit.

Für Jan ändert sich die Misere mit einem Mal, als einer Plattenfirma sein innovatives CD-Versand-Konzept so gut gefällt, dass sie ihm und seinem Kollegen Jim eine Festanstellung anbietet. Und zwar in der Provinz, in Jans Heimatstädtchen. Die beiden zögern nicht lange – Jans Freundin Katharina jedoch hat ihre eigene Karriere in Berlin am Start. Fast jeder wirtschaftlich gescheiterte Großstadtzugereiste der Jetzt-Zeit hat sich, wenigstens in Gedanken, schon mal mit einem Rückweg ins vertraute oder/und verhasste Nest befasst, oder es sogar wahr gemacht. Egal, ob man aus Passau oder Husum aufgebrochen ist, bundesweit lauert die Begegnung mit der Vergangenheit in den immergleichen Eisdielen, Kneipen.

George Lindt wurde 1971 in Marburg geboren. Er lebt in Berlin, dreht dort Dokumentarfilme, macht Hörspiele, betreibt das Label „Lieblingslied–Records“ und hat bisher Kurzgeschichten unter einem weiblichen Pseudonym sowie zwei Bücher veröffentlicht.

Fakten zum Buch:

  • Autor: George Lindt
  • Titel: Provinzglück
  • Fischer Taschenbuch Verlag 2005
  • 219 Seiten
  • ISBN 3-596-16623-3

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