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| Ausgabe 11 | September 2005 | Kommunikationswege | |||||
Einblick!
Neulich hörte ich im Radio, dass wir in der kommenden Woche „spätsommerliche Temperaturen“ bekämen. Klingt eigentlich klasse. Nur: Wo war denn der Sommer geblieben? Ist er nicht eigentlich der Vorbote des Spätsommers? Wenn mit dem Wetter alles richtig läuft? Bei uns war er dieses Jahr nicht angekommen – zumindest bis zum erwähnten Spätsommer. Vom kommunikationskulturellen Standpunkt aus hatte dieser Sommermangel immerhin einen Vorteil: Jeder hatte was zu erzählen und zu jammern. Dass es letztes - oder war es vorletztes? - Jahr alles viel besser war. Dass man auswandern würde, wenn es so weiter ginge. Dass dies sicherlich an der Umweltverschmutzung läge. Dass dass dass … Alle Gespräche drehten sich nur um dieses einzige Thema – ob im Haus, auf der Treppe, an der U-Bahn-Haltestelle, am Fenster, vor dem Büro, unter Freunden, Kollegen und Wildfremden. Niemand konnte stumm bleiben. Das schlechte Wetter betraf jeden – die Glücklichen, die sich – zumindest kurzzeitig – gen Urlaub – solange er nicht in Deutschland war - verabschieden durften, wie die Unglücklichen, die sich dieses Jahr auf sonnige Tage am See oder auf Balkonien eingelassen hatten – und dies jetzt kräftig bereuten. Doch entschuldigt dieses plötzliche kommunikative Bedürfnis die Tatsache, dass Petrus uns dieses Jahr vergessen hatte und stattdessen die südeuropäischen Länder mit gnaden- und grenzenlosen Hitzewallungen geradezu überschüttete? Nein, natürlich nicht. Nur gilt es, auch in schlechten Zeiten das wenige Gute und Positive zu suchen und zu finden, um sich nicht ganz fallen zu lassen. Für die terradigitalis.net-Redaktion hatte dieses Wetter zumindest einen winzigen Vorteil: Den Berliner Redakteuren und Autoren blieb die Flucht an den See verwehrt. Stattdessen quälte sich jeder durch die Texte, die nach der Sommerpause aus seiner Feder – nein, Tastatur – fließen sollten. Und es sind einige geworden. Zudem konnten mit Mike Riemel als Herausgeber des neuen Standardwerks über Flyerkultur und dem Literaten und Buchstabenartisten Matthias Kröner zwei neue Autoren für diese 11. Ausgabe gewonnen werden. Flyerkultur, Journalistenschelte, Jugendkultur, Krankenexporte, hippe Audio-Äpfel, bedrohte Wörter, belichtete Infrarot-Filme, geliebte und gehasste bewegte Bilder - eine amüsante Lektüre mit unserem kommunikationskulturellen Potpourri wünscht wie immer |
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