![]() |
Services! Visit:![]() |
||||
| terradigitalis.net | |||||
|
Willkommen auf terradigitalis.
Ihren gewünschten Artikel finden Sie hier: Airportlounge terradigitalis.net - Ist Berlin eine Airport Lounge?Weitere Suchwörter: Hauptstadtmarketing | Airportlounge | Lounge | Medienstandort | Kommunikationswirtschaft | Föderalismus | Bürokratie | Kompetenzgerangel | Arbeitslosigkeit | Boomtown | Dienstleistungskultur | Potsdamer Platz | Sponsoring | Lobbying | PR-Agenturen | Nachhaltigkeit | Kommunikationsstandort | Melting Pot | Schmelztiegel | Schnittstelle | Neue Mitte | EU-Osterweiterung | Zentralismus | rot-rot | Zukunftsprognose | Bevölkerungsabnahme | Medienindustrie | Arbeitsmarkt | Airportlounge terradigitalis.net - Ist Berlin eine Airport Lounge?1.:Katzenjammer in B - Moll(e) Der Berliner, wenn er urlaubt, hat die Wahl zwischen Tegel, Tempelhof und Schönefeld, je nachdem, ob er Skiurlaub in den Alpen oder Surfen auf den Kanaren bucht. Ein Unternehmer, der rasch einen Businesstermin in Chicago oder Dubai wahrnehmen möchte, wird dagegen oft erstmal mit dem ICE - Sprinter nach Frankfurt/Main fahren müssen, denn seinen Flug wird er in der deutschen Hauptstadt so schnell nicht finden. Es geht hier nicht um Fluglinien - vielmehr darum, ob es nicht archetypisch ist, dass diese Hauptstadt im Zentrum Europas nach wie vor mit hilfloser Provinzialität kokettiert, obwohl beinah jede Woche ein Staatsbesuch für Verkehrschaos sorgt, 178 Botschaften beherbergt werden und Weltereignisse wie die IFA, die Berlinale oder die ITB ihresgleichen suchen. Die Airports sind oft an den Grenzen ihrer Kapazität, aber zwei von Ihnen sollen geschlossen werden. Es mangelt an Geld, es mangelt an Investoren, Es gibt zuviel Bürokratie und verkrustetes föderales Kompetenzgerangel. Der Immobilienindex ist im Keller, Kultureinrichtungen werden geschlossen, Krankenhäuser sowieso und die Hochschulen fürchten ob des Wissenschaftsnotstands um ihren internationalen Ruf. Drum geht zusammen mit nackten Studenten in der winterlichen Spree ja auch die Bildung baden. Das sind die nackten Tatsachen. Alles jammert. 2.: Der Himmel über Berlin? Parallel zu dieser schon traditionellen Dauer-Diskussion rund um die arme Hauptstadt, die mittels rot-roten Zäsurmaßnahmen wieder schwarze Zahlen schaffen will, boomt der Standort Berlin: Gerade eröffnet mit dem Ritz Carlton am Potsdamer Platz ein weiteres Hotel der Luxusklasse seine edlen Pforten für illustre Gäste. Neben der Bühne für Filmstars und Sternchen bietet Berlin auch die Bühne für repräsentative Industrie - Repräsentanz: 3. Kurzer Rückblick in die Wirtschaftsgeschichte Berlins Berlin kann sich nicht selbst ernähren? Es wundert, dass dies wundert, denn so war es immer schon: Als die preußischen Könige Glanz in die wachsende Residenzstadt brachten, holten Sie die monetäre Gloria aus Ihren Lehen, die Sie annektierten. Bald kamen die Untertanen vor allem aufgrund der wehrfähigen Armee in Lohn und Brot. Die Industrialisierung erreichte Berlin recht spät, gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Gleichwohl entwickelte sich in der Hauptstadt ein Ambiente von Toleranz und Pioniergeist, dessen Charakter bis heute typisch ist. In einer aufbrechenden Stadt, die Menschen von allen Regionen und Sprachen anzog, wollte, ja musste man sich treffen, egal, ob Künstler, Industrieller oder Adliger. Da Berlin zumindest von den militärischen Schäden des ersten Weltkrieges weitgehend verschont blieb, hielt die Entwicklung zum Begegnungszentrum bis 1933 an. Nach dem Untergang im Zweiten Weltkrieg und der nachfolgenden Zweiteilung Europas rutschte die wirtschaftliche Rolle Berlins völlig hinab. Aber: Als Agenten - und Mauerstadt blieb Berlin weiterhin von internationaler, wenn auch schicksalsvoller Bedeutung. Gestützt auf ein föderalistisches System und dem Willen des Westens, ein Bollwerk gegen den Kommunismus inmitten seines Territoriums zu halten, wurde die sieche Wirtschaft an der Spree durch Kapitalinfusionen extern am Leben gehalten. Was nach 1989 folgte, ist bekannt. 4.: Zurück in die Zukunft: Lounges und Lifestyle Berlin nun abzustrafen, dass es nun nicht alleine lebensfähig sei, ist nicht fair, denn so war es immer. Außerdem liefert Berlin signifikante Impulse: Nicht von ungefähr treffen sich Entscheidungsträger immer mehr in Berlin. Auch, wenn verhältnismäßig wenig produziert wird, kommen Spitzenkräfte aus Wirtschaft, Kultur und Politik an der Spree zusammen, tauschen sich aus, grenzen sich ab, suchen Reibeflächen - dabei werden Gedanken frei gesetzt, werden Evolutionsprozesse vorweg genommen: Produkte die in Bayern hergestellt werden, in Hessen verpackt und in Hamburg gekauft werden, sind möglicherweise in Berlin erdacht und entwickelt worden. Auch so kann man Föderalismus verstehen. Oder warum fügt sich eine Industrierepräsentanz nach der anderen in die Häfen askanischer Büroinseln ein? Warum finden sich auf Business Lounges, Kulturveranstaltungen oder Kinopremieren so viele Akteure UNTERSCHIEDLICHER Branchen ein? Warum kommen Bundespolitiker mit gesponserten süddeutschen Limousinen zum Empfang einer asiatischen Airline, welche mit Gurken aus dem Spreewald und Jazzmusikern aus Kreuzberg aufwartet? Natürlich neben obligatem Sushi und Ikebana - Deko. Gleiches gilt für B2B - Maßnahmen: Die Volkswagen AG bot mit der "Golden Bear Lounge" wiederholt eine Ruheoase für gehetzte Berlinale - Professionelle und schuf einen Ort der Begegnung und der Entspannung inmitten des Festspiel - Pressezentrums: Da trafen sich US - Schauspieler Peter Fonda, Berlinale - Leiter Dieter Kosslick und Pressevertreter zu aromatischen Getränken und entspanntem Gespräch. Gleichzeitig zeigt der Wolfsburger Konzern als einer der drei Hauptsponsoren des Filmfestivals neben L'Oreal und Sat 1 Außenpräsenz als offizieller VIP - Fahrdienst und unterstützte als Partner den Filmnachwuchs im Berlinale Talent Campus. Die Liste an Berliner Kulturereignissen von Weltruf, welche von Partnern aus Industrie und Handel unterstützt werden, ließe sich lange fortsetzen. Fest steht dabei Eines: Die Vielfalt Berlins und ihr immenser kultureller Output stellen ein großes wirtschaftliches Pfund der Hauptstadt dar. Vielleicht nicht so sehr in der direkten finanziellen Umsetzung als vielmehr zur Stärkung von Profil und Image - und DAS steigert nachhaltig den Unternehmenswert. 5.: Synergetische Ursachen Und was bewirkt diese kulturelle Vielfalt? Der stete Zuzug von Wahlberlinern aus allen Teilen dieses und anderer Kontinente. Berlins Image als Stadt, in der individuelle Visionen umgesetzt werden können, bleibt vor allem im Ausland ungebrochen: Für junge Spanier, Franzosen, Skandinavier und Japaner gilt Berlin als Reiseziel Nr. 1 in Deutschland. Tendenz steigend. Vielleicht ist Berlin noch nicht ganz in den "roaring twenties" zurück gelangt, wo Schweizer Dadaisten und amerikanische Banker ihre Geschichte schrieben, doch der Geist dieses Schmelztiegels ist bereits erkennbar: Ob Hotellobby oder Airport Lounge - der Kommunikationsmotor brummt wieder. So entstehen verschiedene Kommunikationsebenen, die von Kommunikationsberatern bedient werden. 6.: Berlin im europäischen Vergleich Die großen Industriegürtel, wie sie in den Peripherien anderer europäischer Hauptstädte zu finden sind, wie in Paris, Madrid oder London, fehlen hier jedoch nach wie vor. Alleine die Region Madrid erwirtschaftet etwa 30% des gesamten spanischen Bruttosozialprodukts. Berlin erreicht im Vergleich solche Zahlen nicht einmal, wenn man hinten die Null abzieht und vorne die drei stehen lässt. So kann Berlin auch weiterhin nicht all seine Einwohner ausreichend beschäftigen. Während Franzosen aus der Provinz in ihre Hauptstadt ziehen, um beruflichen Erfolg, Wohlstand und eine gute Ausbildung zu bekommen, ziehen Berliner aus genau denselben Gründen von der Hauptstadt in die Provinz. Sicherlich ist dieses Phänomen auch Ausdruck unseres föderalen Systems bzw. Ausdruck des Zentralismus in unseren Nachbarländern. Mit der EU-Osterweiterung, Berlins Justierung als zentralem Schnittpunkt in Europa, zunehmendem Bevölkerungsabgang und Ausbau als Medienstandort bietet sich langfristig aber die Chance auf ein ausgewogenes Kräftepotenzial. Nobelpreisträger Alfred Döblin schrieb über das Berlin der zwanziger Jahre: "…So viele Menschen so vieler Nationen -sie rennen und laufen, stolpern und springen, sie kommen und gehen, treffen sich und flüchten…was, ja was suchen Sie…?" Nun, Sie suchen…Partner, Anregungen und Chancen. Das tun Sie damals wie heute, unabhängig aller politischer Wirren und Unsicherheiten. Berlin galt damals als verkehrsreichste Stadt Europas. Wird Berlin in naher Zukunft der kommunikationsreichste Ort Europas? |