![]() |
Services! Visit:![]() |
||||
| terradigitalis.net | |||||
|
Willkommen auf terradigitalis.
Ihren gewünschten Artikel finden Sie hier: 7 Ws terradigitalis.net - Fließband-Arbeit oder Pressemitteilungen in unter 1 SekundeWeitere Suchwörter: 7 Ws | bellavista | bright heads | Crescenco | Disclaimer | Glosse | Luciano | Medieninformation | O-Ton | PR-Maschine | pr-o-matic | PR-Service | Presseinformation | Pressemitteilung | promatic | terramag | Titel | Untertitel | 7 Ws terradigitalis.net - Fließband-Arbeit oder Pressemitteilungen in unter 1 SekundeProduktname "Orange", Unternehmensname "Obst-Willy", Branche "Frischwaren", Standort "Usedom", Geschäftsführer "Dr. Willy Leckerli". Befehl: Pressemitteilung erstellen. Ratter ratter ratter. Exakte 0,247 Sekunden später: "Orange nunmehr konkurrenzlos - Allein stark, gemeinsam stärker: Das neue Orange der Obst-Willy AG findet immer mehr Anhänger." "Usedom, den 21.10.2002 -- Die Obst-Willy AG, einer der weltweit marktführenden Anbieter im Bereich Frischwaren, kündigte heute erstmalig die Verfügbarkeit von Orange an. Die Philosophie der neuen Version steckt vor allem in der Anforderung des Business nach einem börsenoptimierten, shareholderrelevanten Werkzeug, mit dessen Hilfe eine Unmenge von problematischen Aufgaben mit 'sophisticated' Lösungen optimal, preiswert, schnell, und unkompliziert beseitigen lassen, und das auf Basis von GMS, UMTS und GPRS und anderen Mobile Access Systemen. 'Unser Gründerteam ist sehr froh, dass unser Knowhow auch hier zu einer optimalen Lösung für alle Seiten geführt hat', frohlockt Dr. Willy Leckerli, Gründer und Chef von Obst-Willy AG. 'Wir zeigen damit, dass wir mal wieder führend sind und bauen parallel dazu unseren Vorsprung aus.'' Aha! So oder ähnlich werden heute also Pressemitteilungen geschrieben. Einfach Suchworte und Begriffe eingeben und auf einen Knopf drücken. Dann macht es kurz ruckelzuckel, und dann ist ruckzuck, vollautomatisch die Meldung da. Inklusive Titel, Untertitel, O-Tönen, Attributen und Disclaimer natürlich. Und selbstverständlich sauber nach den 7 Wsaufgebaut. Zumindest wenn es nach der PR-Maschine der Münchner Agentur Bright Heads geht. Und so "handkonfektioniert, individuell und wirkungsvoll, wie Sie das beim Tiefstpreis von Null Mark erwarten können", wie es online augenzwinkernd weiter heißt.Natürlich ist das Ganze nur ein Spiel. Ein erfolgreiches, wie die wirklichen Presseabdrucke über den PR-O-Matic! zeigten. Vor allem, weil an diesem Spiel viele ihren Spaß hatten und noch weiter haben. Sogar ist es eines, das Schule machen könnte. Ganz nach dem Motto: Pressemitteilungen marsch! Fließbandarbeit eben! Stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten bei jeder Pressemitteilung einen automatischen Dienst nutzen. Aber einer, der nicht nur die wichtigsten Rahmenregeln wie der PR-O-Matic einhält, sondern der auch individuell mit dem Thema mitdenkt, auf individuelle Wünsche eingeht. Er würde kurz fünf, sechs Keywords bei Ihnen abfragen, und schon wenige Minuten später hätten Sie das Ergebnis in Ihrer E-Mail-Box. Oder direkt in Ihren Online-Pressebereich eingespielt – als höchstes der Gefühle. Sie denken, das sei nicht möglich? Stimmt, wenigstens heute noch. Vielleicht sollten Sie daher doch auf wirklich professionelle PR-Dienstleister zurückgreifen. Denn ich muss schon zugeben, dass dieser "Text-Automat" mir als Journalist im Tiefsten wehtut. Ja, meine Liebe zu Wortspielen und Textklaubereien irgendwie angreift. Keine eigenen Gedanken mehr, keine eigenen Initiativen, nur ein paar wenige Angaben eingeben, abschicken, fertig. Und wenn der Text nicht passt, einfach die Formuliermaschine nochmals starten, bis das Ergebnis schlussendlich genehm ist. Kein Wunder, dass so viele Redaktionen über die Waschzettel stöhnen, die unter dem Oberbegriff "Presseinformation" tagtäglich auf ihre Schreibtische flattern. Irgendwie erinnert mich dieser PR-Automat an eine Stelle in Luciano de Crescencos Bestseller "Also sprach Bellavista", wenn er vorschlägt, Automaten für die Kommunion in der Kirche aufzustellen: "Der Gläubige nähert sich, kniet nieder, steckt hundert Lire ein und beichtet auf ein Tonband, dann steht er auf, kniet auf der anderen Seite nieder, steckt wieder hundert Lire ein, und eine mechanische Hand steckt ihm die Hostie in den Mund, alles nachdem er auf einer eingebauten Jukebox einen gregorianischen Gesang oder das Ave-Maria von Schubert gewählt hat."
|